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WWOOFen auf drei Höfen

Rückmeldung für den Sonnenhof in der Obersteiermark

 

Bauern, die Vieh halten, müssen früh unterwegs sein. So standen wir dann auch mit Engelbert morgens um 6.30 Uhr im Stall mit 5 Milchkühen und Fridolin, dem 5 Monate alten Jungstier.

Engelbert hat uns jeden Handgriff wunderbar und in aller Ruhe erklärt, so dass wir schon am zweiten Tag einiges selber machen konnten. Und der morgendliche Blick auf die umliegenden Berge entschädigt zusätzlich für den frühen Tagesstart. Danke Engelbert!!

Sohn Thomas und Freundin Karina haben uns buddhistische Sichtweisen nahe gebracht und an der Agnihotra Zeremonie teilnehmen lassen, was eine zusätzliche Bereicherung unseres Aufenthaltes war.

Mit den Feriengästen konnten wir nett schwätzen und am Nachmittag warteten Almen, eine Klamm und der Badesee auf uns.

Der Abschied kam dann viel zu schnell.

Brigitte und Claudia

 

Rückmeldung zum Tabakscheucher auf der Koralpe

160 Schafe, die es sich auf den gepachteten Wiesen gut gehen lassen, so dass der  Sommer  eine deutlich ruhigere Zeit für Barbara und Theresa ist.

So haben wir mit Barbara im  Gemüsegarten gejätet und die Tiere rund ums Haus - 3 Hütehunde, 4 Katzen, diverse Hühner, 5 Esel, Gänse und Kuba -  kennengelernt.

Barbara hatte immer Zeit, uns über die Pflanzen um uns herum zu informieren und Tipps für den Nachmittag zu geben.  Auch die vielen guten Gespräche über Bio- Landwirtschaft in diesen Zeiten möchten wir nicht missen.

Barbara als Köchin war ebenfalls phänomenal.

Und nicht zu vergessen, das extrem  leckere Morgen-Porridge von Theresa, sowie den sensationellen Ausblick Richtung Slowenien.

Wir haben uns bei Barbara und Theresa sehr wohl gefühlt und wünschen beiden von Herzen alles Gute!

Brigitte und Claudia

 

Rückmeldung für den Hof Oberer Haubenwallner in der Steiermark

Waltraud und die ganze Familie haben mich herzlich aufgenommen. Ein großer Hof mit vielen Aufgaben und es gibt sehr viel Interessantes zu lernen.

Es gab leckere Speisen zu essen, besonders sei der Kaiserschmarrn von Urgroßmutter "Urmi" erwähnt.

Ich habe mich sehr wohl gefühlt. Danke an alle für die schöne Zeit!

Brigitte

 

Meine ersten Erfahrungen zum WWOOFen

Ein herzliches Grias eich aus Emmerting,

ja ich war vom 06.08. bis 20.08.  bei Brigitte und Josef in Trins und bin erwartungslos dort hingefahren!

 

Die Landschaft allein schon eindrucksvoll und das Ehepaar hat mich herzlich aufgenommen.Das kleine Einzelzimmer liebevoll eingerichtet war einladend!

Die Zusammenarbeit hat reibungslos funktioniert und verlief sehr harmonisch zum Wohle aller Beteiligten!

Das Blütensammeln mit wunderbaren Ausblick auf Berge war sehr meditativ für mich und das Mittagessen von Brigitte jeden Tag ein Genuss!!

Das einmalige Erlebnis 1 Stunde Auffahrt mit Josef, dem Ladewagen und dem Traktor zum 2000 Meter hohen gelegenen Almheu rechen, das Josef vorher immer gemäht hat, war schon abenteuerlich sowohl körperlich angstrengend aber auch sehr erfüllend!

Die Freizeit konnte ich wunderbar geniessen, mit Wandern auf den Blaser (Berg) zum Kloster Maria Waldrast und radeln ins Gschitztal!

 

Der Abschied war sehr emotional und ich werde noch lange Zeit von dieser Erfahrung zehren! Danke liebe Brigitte, danke lieber Josef.

 

Und Danke der  WWOOF Organisatoren!!!!

Irmi

Warum fünfmal (5x) auf den gleichen Hof?

Es ist ein Vorrecht der Jugend, voller Neugier immer wieder etwas Neues auszuprobieren, Abwechslung zu suchen, Abenteuerliches erleben zu wollen.

 

Als Ü-60jährige liebt man das Vertraute, jenes, wo man gute Erfahrungen mit Menschen und (in diesem Falle) deren Arbeits- und Wohnumfeld auf einem Bauernhof gemacht hat. Trotzdem kann man auf die in der Überschrift gestellte Frage nicht einfach antworten: „Weil´s schön ist!“ Also, wenn ich meinen Wohnort, gelegen in einer eher öden trockenen Ebene, verlasse, nähere ich mich per Bahn einer schönen grünen gebirgigen und wasserreichen Landschaft (auch wenn man es schon 5mal gesehen hat, ist es immer noch wunderbar).

 

Die Unterwegsbahnhöfe kann ich schon mitsprechen und der österreichische „Slang“weckt Heimatgefühle. Am Endbahnhof erwartet mich jemand, den ich kenne, schätze und mag. „Mein“ Zimmer ist fertig, ich kann ankommen. Ich weiß, daß es (zu) zeitig Frühstück gibt, ein gutes Mittagessen und abends auf der Bank vor´m Haus ein Bier. Auch die Aufgaben sind jedes Mal ähnlich und meist umfangreich (hacken, jäten, pflanzen, pikieren, umtopfen, ernten, heizen …..) sowie nicht immer interessant (viele, viele Pflanztöpfe waschen, ´zig Stiegen Zwiebeln und Knoblauch putzen ….).

Sonntags gibt es einen Ausflug zu Kunst und Kultur oder eine Wanderung bzw. alles in einem, nicht zu vergessen den samstäglichen „slow walk“. Besonderer Punkt des Aufenthaltes ist das „rituelle“ Brotbacken, das zwei Tage Vorbereitung beansprucht, um dann am dritten Tag in ein phantastisches Werk der Brotbackkunst zu münden (s. Foto).

 

Es gäbe noch viel mehr über den Hof und mich zu erzählen (alles ist notiert in Reisetagebüchern), aber schon in der Kürze wird klar: Warum soll mich die Lust auf diesen Hof nach dem fünften Mal verlassen?

 

Danke an Christiane und Hans aus Karnitzen

von Christine aus Leipzig/Landsberg

 

WWOOFen in Graz

Dank Wwoof Österreich war es mir wieder einmal möglich, in einer Bio-Landwirtschaft von meinem gewohnten Alltag abzuschalten und  meine Mithilfe anzubieten.

Diesmal fuhr ich nach Graz zu Bernhard und Johanna und konnte lernen, wie eine Gärtnerei inmitten der Stadt unter freiem Himmel aufgebaut und geleitet wird.

Ähnlich einem Bauerngarten, der früher zur Versorgung der Menschen am Hof üblich war, versorgt dieses junge Ehepaar 100 Familien mit saisonalem Bio-Gemüse.

Frisch vom Feld werden wöchentlich Gemüsekisten angeboten.

Die Anbauflächen werden mit Liebe und Handarbeit ohne große Maschinen bearbeitet. So verhindert man Bodenverdichtung durch schweres Gerät und fördert einerseits das Überleben von Kleinstlebewesen und andrerseits CO2 zu binden. Diese Arbeitsweise gibt vielversprechende Antworten auf die Herausforderungen unserer Zeit.

Im April und Mai mußten die Beete gesäubert und für die Aussaat und den Anbau von Gemüse vorbereitet werden. Danach wurden die kleinen Pflanzen in die mit Schafwolle ausgelegten Erdlöcher gesetzt.

Am 1.Tag habe ich mitgezählt: für 620 Zwiebelpflanzen habe ich kleine „Betterln“ in der Erde vorbereitet.

Am Samstag vormittags fand der Verkauf am Feld statt. In einem Hütterl wurde das saisonale Gemüse ausgestellt und den Kunden angeboten. Einen Tag vorher wurden z.B.

Radieschen geerntet, gewaschen und zu einem Strauß gebunden; Salat geerntet und gewaschen, Kohlrabi und Jungzwiebel geputzt, Schnittlauchsträußerln hergerichtet. Für das leibliche Wohl standen den Kunden Kuchen und Brötchen bereit.

Mit dem guten Gefühl, geholfen und Neues gelernt zu haben, fuhr ich wieder nach Hause ins Weinviertel. Wenn mir wieder einmal die „Decke auf den Kopf“ fällt, werde ich in der Hofliste von Wwoof Österreich eine weitere Adresse eines Biohofes suchen.

Erfahrungen einer langjährigen WWOOFerin

Seit 12 Jahren gehe ich regelmäßig mal länger, mal kürzer auf verschiedenen Höfen WWOOFen, wobei einige auch wiederholt aufgesucht wurden. Und noch immer nicht habe ich genug davon, um nicht zu sagen – ich kann nicht mehr anders!

Warum ist das so?:

 

·         Natur entschleunigt, beruhigt, inspiriert,

·         Ich lerne nicht die Welt, aber schöne Landstriche sowohl in Österreich als auch anderswo kennen,

·         die Menschen auf den Höfen haben interessante Lebensgeschichten und können zu Freunden werden,

·         „Bio“ ist für mich zur Lebenshaltung geworden,

·         immer wieder lernen, lernen, lernen,

·         Gemeinschaft nicht nur beim Arbeiten sondern auch bei gutem Essen, bei Ausflügen, langen Gesprächen (teils mit sehr kontroversen Meinungen)

·         Dankbarkeit der Hofbesitzer

·         u.v. a. m.

 

Ja, es gibt auch weniger gute Erlebnisse und Erfahrungen, aber diese können die o.g. Aufzählung nicht abwerten oder wettmachen.

Deshalb mache ich weiter, so lange ich noch in der Lage bin bzw. die Höfe mich wollen, frei nach dem Motto : Alter schützt vor´m WWOOFen nicht!

Christine (Ü 60)




Erfahrungsbericht von Kavya Gokhru

Hello,

I recently got an opportunity to wwoof in Austria and it has been the best experience of my life. I got a lot of messages from people asking me about your organisation and everything about my experience. Overwhelmed, I have written a blog on my entire experience. 

LINK OF THE BLOG POST - Organic Farming in Austria

Our world is dying and organisations such as wwoof is trying to change the world, one seed at a time.

I would like to collaborate and help to popularise this as more and more people join this movement. 

Regards,

Kavya Gokhru

 


Bericht einer Bäuerin

Und wenn ich schon einen Anlass zum Schreiben hab, dann erzähl ich auch kurz von unseren WWOOF-Erfahrungen:

Wir sind nach mehrjähriger Pause (weil wir nach einigen anstrengenden WWOOF-Erfahrungen erst einmal genug hatten), seit 2016 wieder dabei und haben Freude daran, zeitweise mit interessierten und interessanten Leuten zusammenzuleben. Wir haben auch dazugelernt und fragen vor jedem WWOOF-Besuch nach, was die Erwartungen und Interessen sind und erzählen auch, wie das bei uns so ist, was wir gerade machen, dass wir uns beim Kochen abwechseln usw. Und dann stellt sich meistens schon heraus, obs passt oder nicht. Heuer waren bis jetzt ein junges portugiesisches Ehepaar und eine Ungarin bei uns, es war einfach super.

Ah ja, und mir ist aufgefallen, dass in den Richtlinien und Grundregeln nicht mehr steht, dass eine WWOOFerin oder ein WWOOFer so ca. 4 bis 6 Stunden täglich helfen sollte. Danke dafür! Das war nämlich dann so, dass Leute, bei denen wir schon überlegt haben, ob wir uns das überhaupt leisten können, Menschen, deren Mithilfe außer Zeitaufwand praktisch nix bringt, zu verköstigen – dass die dann nach 4 Stunden betreuter Beschäftigungstherapie ihre Freizeit eingefordert haben – und dann erwartet haben, bekocht und unterhalten zu werden und in ihrer Freizeit auch nicht auf die Idee gekommen sind, ihr Teehäferl in die Abwasch zu stellen (denn was „Helfen“ ist, kann offenbar auch verschieden definiert werden). Das waren manchmal schon absurde Situationen, wenn wir grad im Heustress waren und der WWOOFer im Liegestuhl auf sein Bauernhofmenü wartet.

Ja eh, kann man alles ausreden, aber lieber ist es uns so wie es jetzt läuft – vorher ausreden und dann eine fröhliche Zeit miteinander haben. Und ich denke, die aktuellen Richtlinien sind sehr hilfreich dabei, weil klar und verständlich, mit konkreten Vorgaben, wo es notwendig ist (Versicherung) und keinen konkreten Vorgaben, wo die Begriffe dehnbar sind. Danke! (Wir haben früher übrigens leider auch die Erfahrung gemacht, dass uns WWOOFer hinsichtlich ihrer Versicherung angelogen haben)

Jedenfalls sind wir schon gespannt auf unsere nächsten WWOOF-Gäste und ich freu mich, dass wir wieder dabei sind!

Herzliche Grüße, Barbara


Bericht aus der Öblarner Bauernzeitung.

WWOOFer – Was ist denn das? Es antwortet Bauernbundobmann GR Harald Maderebner.

Am Schattenberg helfen seit heurigem Sommer auf unserem Hof Menschen verschiedener Nationalitäten mit. Einige von euch haben sicher schon Bekanntschaft mit Luke aus den USA oder Pierre aus Frankreich gemacht. Die beiden waren die ersten WWOOFer auf unserem Biobauernhof. Aber was heißt das eigentlich? World-Wide Opportunities on Organic Farms (Weltweite Möglichkeiten auf Biobauernhöfen, kurz: WWOOF) ist ein weltweites Netzwerk, das von der Idee getragen wird, Menschen zusammenzubringen, die einen naturverbundenen Lebensstil auf dem Land führen – oder aktiv kennenlernen wollen. Im Zentrum stehen dabei Aufenthalte von freiwilligen Helfern auf Bio-Bauernhöfen oder Selbstversorgerhöfen. Zwischen WWOOFern und Hofbesitzern findet ein an ein Gastverhältnis angelehnter geldloser Austausch statt, bei dem WWOOFer freiwillig helfend in den Alltag auf einem Hof eingebunden werden. Die Organisation wurde 1971 in London von Sue Coppard gegründet. Insgesamt nehmen mehr als 6.000 ökologische Bauernhöfe in 100 Ländern am Programm teil. Schätzungen zufolge sind weltweit mehr als 90.000 Menschen Mitglieder in WWOOFOrganisationen. Derzeit haben 60 Länder eine nationale WWOOF Organisation. WWOOF Österreich bietet die Möglichkeit, mit über 320 biologischen Höfen in Kontakt zu treten. Dabei steht neben der beachtlichen Hilfe, die diese Freiwilligen leisten, natürlich auch der Kontakt zu Menschen anderer Kulturen und Nationalitäten im Vordergrund. Wir freuen uns über die erfolgreiche Zusammenarbeit, und vielleicht wird es schon bald Nachahmer dieses Projekts in unserer Umgebung geben.

Luke am Staberhof

Ein amerikanischer Doktoratsstudent erlebt das ländliche Österreich. Als amerikanischer Doktorand in Germanistik, der diesen Sommer berufstätig in Graz war, spürte ich das Bedürfnis, Erfahrung darin zu sammeln, was das Ländliche in Österreich zu bieten hat. Über das Onlineportal „wwoof.at“, wo sich Freiwillige bewerben können, auf darauf angemeldeten Biobauernhöfen mitzuhelfen, bin ich auf die Familie Maderebener gestoßen. Von ihnen bin ich herzlich und liebevoll aufgenommen worden und mir war schon am ersten Tag klar, dass ich mich hier gut einleben würde. Bewirtet und verwöhnt hat mich die ganze Familie und das trotz meiner Ungeschicktheit mit den Aufgaben, da mir praktisch alles ganz neu war. Ich stelle nun fest, dass es genau diese kleinen landwirtschaftlichen Betriebe sind, wie der der Familie Maderebener, die wesentlich zur Identität Österreichs beitragen, und das in Zeiten, in denen gigantische Agrarunternehmen in vielen Ländern (meines auf keinen Fall ausgenommen) immer mehr die wirtschaftliche Macht an sich reißen. Als weltoffener Mensch, der gerne reist, glaube ich nach wie vor, dass Österreich und die USA sehr viel voneinander lernen können, aber mein Appell an die Österreicher lautet: Bitte schaut uns Amis in landwirtschaftlichen Sachen nicht allzu viel ab, sondern nehmt lieber eure eigenen Landsleute auf dem Schattenberg als Beispiel! Da weiß man nachhaltig mit der Natur und mit den Mitmenschen, sowohl den Nachbarn als auch den Ausländern, herzlich und freundlichst umzugehen!


Unsere Hochzeitsreise Dan und Ash

WWOOF Hochzeitsreise

 

Herzliche Grüße an alle WWOOF Enthusiasten (und zukünftige Enthusiasten!) Wir sind Dan und Ash, ein frisch vermähltes Liebespaar, das gebeten wurde, unsere Horizont-erweiternden Erfahrungen mit Euch zu teilen. Warum eine WWOOF-Hochzeitsreise, fragt ihr vielleicht. Um diese Frage zu beantworten, wollen wir euch ein wenig über uns erzählen und warum wir uns entschieden haben, unsere Hochzeit damit zu feiern, Gemüse zu pflanzen, Pilze zu impfen, Schafe zu melken, Mist zu schaufeln, Beeren zu pflücken und Marmelade einzukochen.

Die letzten Jahre unseres Lebens waren eine wilde Fahrt! Wir haben uns kennengelernt, uns verliebt und verlobt, während wir für eine Firma in der Nähe von Taos, Neu Mexiko arbeiteten, die ökologische Gebäude errichtet. Als unsere Liebe erblühte, erwachte in uns gemeinsam der Traum eines kleinen Permakultur Selbstversorgerhofs, wo wir einfach und naturnah leben können. Obwohl diese Träume sehr lebhaft waren, war es uns wichtig, uns weiterzuentwickeln. Unser Hochzeitstag, mit all seiner Planung und Organisation, kam und ging innerhalb eines Augenblicks und es war Zeit für unsere Hochzeitsreise.

In unseren Gesprächen hatten wir immer schon die Idee einer WWOOF Hochzeitsreise diskutiert, aber als wir zu planen begannen, stellten wir fest, dass es noch viel mehr Vorteile für unsere Ziele hatte als gedacht. Erstens: Budget! Wir konnten unsere Kosten verringern und damit unsere Reisezeit verlängern; etwas, das nicht nur für Frischvermählte, sondern für alle Reisenden von Bedeutung ist.

Zweitens: Beziehungen. Wir würden unsere Ehe mit all den Freuden und Herausforderungen eines großen Abenteuers beginnen, was unsere Beziehung nur stärken konnte. Auch die Beziehung zu Gleichgesinnten, die Ähnliches taten, wie wir vorhatten, war eine großartige Ermutigung!

Und vor allem: Bildung. WWOOFen bot uns eine enorme praktische Ausbildung mit direkter Auswirkung auf unseren zukünftigen Lebensstil und Beruf. In die  Alltagsleben verschiedenster landwirtschaftlicher Systeme einzutauchen, ermöglichte uns, viel klarer die Stärken und Schwächen jeder Farm zu verstehen, und half uns definitiv, herauszufinden, was das Beste für unsere zukünftige kleine Farm wäre. Diese Aspekte machten unsere Entscheidung für eine WWOOF Hochzeitsreise zu einer klaren Sache!

Unsere WWOOF Reise führte uns durch sieben Länder und auf fünf einzigartige Höfe. Wir reisten durch die Niederlande, Deutschland, Tschechien, Österreich, Italien, Schweiz und Ungarn. Obwohl jeder Hof seine eigenen Vorteile hatte, war uns der bei weitem liebste Hof jener in Oberösterreich, in der Nähe von Steyr. Unsere Zeit dort bestätigte unsere Leidenschaft für Permakultur und gab uns auch Anschluss an ein Netzwerk von erstaunlichen Menschen und lokaler Erfahrung. Permakultur war auch einer der Hauptgründe für unsere Reise, deshalb war es großartig, sie hier in Österreich gelebt zu sehen. Bei unserer Abreise empfanden wir uns als Teil der Gemeinschaft und stellten fest, wie besonders diese Kultur wahrlich ist, wenn man erst einmal aus den Touristengebieten hinausgeht. Die Erfahrung der authentischen Kultur und echter, menschlicher Kontakte war eine unerwartete und erfreuliche Überraschung bei jeder WWOOF Begegnung, die wir hatten. Keine Menge an Geld hätte diese erstaunlichen Abenteuer und Lerngelegenheiten bezahlen können!

Als frisch vermähltes Paar hatten wir andere Gründe zu WWOOFen als die meisten. Wie auch immer, wir empfehlen dieses Programm jedem, der seine Beziehung zur Natur verbessern will oder einfach wissen will, wo gesunde Nahrung herkommt. Egal, ob man alleine WWOOFt oder es als Pärchen erlebt, dieses System hält den Schlüssel zu einem lebensverändernden Abenteuer und so viel mehr. Die beste und produktivste Hochzeitsreise aller Zeiten!

 

Dan und Ash


Australische WWOOFER erhielten Besuch aus Österreich

Wir, Veronika und Sepp, WWOOF Bauern in Oberösterreich, besuchten im Zuge unserer Permakultur-Besuchstour nach Australien auch ehemalige Wwoofer. Von den 4 Wwoofer-Partien gelang es uns nach der doch schon langen Zeit (bis über 10 Jahre zurück) drei von Ihnen aufzuspüren, nur mit Aleesia aus Byron Bay konnten wir keinen Kontakt mehr herstellen. Es war echt spannend für uns, was aus ihnen geworden ist und wie sie durch ihren Wwoof-Einsatz in Österreich geprägt worden sind.

 

Nach Besuch des einzigenartigen Permakultur-Projektes CERES in Melbourne, wo unser Freund Nase Supplitt seit 8 Jahren beschäftigt ist, nahmen wir gleich Kurs auf unseren ersten Wwoofer-Treffpunkt Tanunda im Barossavalley, einem klassischen Weinbaugebiet des australischen Shiraz.

 

Die Brüder Richard und Simon mit Freundin Jerely aus Honduras waren im Dezember 2006 als Wwoofer am Rathmoserhof und arbeiteten hauptsächlich im Wald und in der Küche mit.

Richard ist inzwischen mit Mai aus Japan verheiratet und sie bewohnen ein Haus in der Nähe des Weingutes seiner Eltern, wo er auch mitarbeitet, ebenso wie in der örtlichen Weingenossenschaft.

Simon hat sich mit seiner Ehefrau Jerely eine Farm gekauft. Er arbeitet als Musiklehrer in einer Privatschule in Adelaide und Jerely als Krankenschwester. Sie haben bereits 3 Kinder, das jüngste gerade mal ein paar Monate alt.

Wir waren aus Platzgründen bei den Eltern Jeffrey und Petita im Weingut einquartiert. Das Weingut ist 20 ha groß und wird biologisch-dynamisch bewirtschaftet. Trotz der anfänglichen Sprachbarriere (starker Slang) entstand eine sehr herzliche Stimmung und wir wurden gut umsorgt. Bei den Weinbau-Fachgesprächen in Englisch kamen uns die 5 Jahre, die wir im Weinviertel verbracht haben, sehr zugute.

Die Eltern fuhren mit uns die Gegend ab und zeigten uns interessante landwirtschaftliche und kulturelle Projekte. Sie borgten uns Fahrräder (schätzungsweise bereits seit 20 Jahren nicht mehr benützt), damit wir den soeben erst neu errichteten Fahrradweg auf einer aufgelassenen Bahnstrecke befahren konnten. Wie sonst sollten wir bei ständigem Essen, Trinken und Sitzen fit bleiben.

Am Samstag besuchten wir mit unseren Wwoofern den Bauernmarkt in Mount Pleasant. Nach einem ausgiebigen Farmer-Frühstück überzeugten wir uns von den zT. hochwertigen bäuerlichen Produkten. Unter anderem entdeckten wir 2 waschechte Österreicherinnen unter den Anbietern.

Anschliessend waren wir auf Simons und Jerelys Farm eingeladen. Die Kinder spielten ausgelassen in der Wiese, die Giftschlange unter der Veranda wurde zwar wahrgenommen, regte aber niemanden sonderlich auf.

Am Sonntag fuhren wir mit der Bäuerin in die Kirche. Es gefiel uns sehr, daß wir Kaffee angeboten bekamen und eine Kinderspielecke eingerichtet war. Im Gespräch mit den Meßbesuchern stießen wir auf einen Altösterreicher. Henry aus dem Waldviertel

schilderte uns bei Kaffee und Kuchen, warum es ihn nach Australien verschlagen hat.

 

Obwohl wir angeboten bekamen, noch ein paar Tage zu bleiben, reisten wir weiter, um unsere Ex-wwoofer aus 2011, Laura und Headley zu treffen. Laura ist eine finnische Österreicherin (wir konnten endlich wieder einmal deutsch reden) und Headley ein waschechter Australier aus Perth.

Während seiner Zeit als Landarbeiter auf einer großen Farm wurde Headley von einer Giftschlange gebissen. Wohlwissend, dass sein Ende gekommen ist (das nächste Krankenhaus war 300 km entfernt) holte er sich ein Bier vom Kühlschrank. Als sein Chef davon erfuhr, setzte er sich zu ihm und sie warteten zusammen biertrinkend auf Headley´s Ende. Er starb aber nicht, was er darauf zurückführte, dass die Schlange kurz vorher zugebissen haben musste und noch kein Gift aufgebaut hatte.

Später verlor der Farmer seine Farm, weil eine Dürre die 3000 ha angebauten Weizen vernichtete. Headley verlor ebenfalls sein Haus. Dies löste ein großes Umdenken in ihm aus. 

Laura und Headley arbeiten jetzt nur mehr 3 Monate im Jahr. Die restliche Zeit sind sie mit ihrem Campingbus unterwegs, teilweise wwoofend, zuletzt 8 Monate im australischen Outback. Das Lohnniveau in Australien ist sehr hoch, sodaß sie bei sehr bescheidener Lebensweise die restlichen 9 Monate ihr Auslangen finden.

Headley ist ein Techniker, was auch unserem Hof sehr zugute gekommen ist. Sein Allrad-Campingbus spielt technisch alle Stücke, sodaß sie sehr lange unabhängig unterwegs sein können.

Die Wiedersehensfreude war sehr groß. Headley und Laura campierten gerade auf einem nahen Cricketplatz. In Australien herrscht eine sehr ausgeprägte Campingkultur. Obwohl der Cricketplatz einem privaten Verein gehört, darf dort campiert werden. Es steht auch ein öffentlich nutzbarer Elektrogriller bereit, der von jedem benutzt werden kann. Diese Elektrogriller gibts im ganzen Land in den Parks und werden häufig genutzt.

Wir fuhren dann mit ihnen zur Flüsternden Wand, einer Staumauer für die Trinkwasserversorgung. Jedes Wort, das ganz leise herüben gesprochen wurde, konnte man 300m auf der anderen Seite sehr deutlich verstehen. Laut Auskunft ist aufgrund der speziellen Rundung der Staumauer diese Eigenschaft durch Zufall entstanden und auch entdeckt worden.

Auf einer der zahlreichen Grillstätten ließen wir uns von den beiden Grillprofis bekochen. Dieses Mal kam ein typisch australisches Gerät, die jaffle irons, zum Einsatz.

Dann besuchten wir einen Zoo, um doch einmal den Kängurus so nahe zu kommen, dass wir sie füttern und streicheln konnten.

 

Am Abend ließen wir uns in einem Landgasthaus ein gutes Abendessen servieren. Der Ablauf ist doch etwas anders als bei uns. Zuerst mußt du zur Schank, aussuchen und bezahlen und dann erst in die Gaststube und aufs Essen warten. Dafür erwartet auch keiner ein Trinkgeld.

Später mieteten wir uns eine Hütte am Campingplatz in Mannum direkt am Murray-River, Australiens längstem Fluß.

Wir blieben 4 Nächte, um dann die Great Ocean Road zu fahren, einer Erlebnisstraße entlang der Küste Richtung Melbourne. Kaum 2 Tage unterwegs, schlug das Wetter um und wir änderten unseren Plan und fuhren gleich nach Bendigo.

 

In Bendigo, dem Wien Australiens, wie es genannt wird, weil sich die damals sehr reiche Goldgräberstadt Ringstraßen-Architekten von Wien einfliegen hat lassen, waren wir bei unseren Freunden Lisa und Darren zum Abendessen eingeladen.

Lisa ist eine internationale Filmemacherin, ihr letzter Film Polyfaces: A world of many choices präsentiert die Gemeinschafts-Landwirtschaft eines der innovativsten amerikanischen Groß-Biobauern Joe Salatin.

Darren Doherty ist weltweit DER Spezialist für keylines, einer genialen Methode, um das Wasser vollständig am Betrieb halten zu können. Wasser ist das immer größer werdende Thema weltweit.

 

Dann trafen wir uns mit Andy+Rebecca, Ex-Wwoofer aus 2011. Sie wohnen in einem neuen Haus in einem Aussenbezirk von Bendigo und haben zwei Kinder. Andy ist Projektmanager in einem öffentlichen Stromunternehmen. Rebecca ist im öffentlichen Bereich mit Permakultur engagiert. Unter anderem spricht sie von Zeit zu Zeit in einem Radiosender über Umweltthemen. Außerdem engagiert sie sich in der Privatschule ihrer Kinder.

Wir wurden sehr herzlich empfangen. Sie hatten große Freude wieder intensiver mit Permakultur konfrontiert zu werden, daher bemühten sie sich sehr, Exkursionen für uns zu organisieren.

Zuerst besuchten wir ihre Schule St. Francis. Der Unterrichtsstil und die Außengestaltung samt angeschlossener Biolandwirtschaft erschienen uns sehr produktiv für das Lernen und die Weiterentwicklung der Schüler. Sie schienen gerne diese Schule zu besuchen. Es herrschte ein konsequenter, aber konstruktiver Umgang mit den Schülern.

 

Am Nachmittag fuhren Andy und Rebecca mit uns auf eine Bioobstfarm. Die Chefin Kathy strahlte enorm viel Optimismus und Schaffensfreude aus. Die Gemüsefelder hatte sie Nachbarn verpachtet, die mit ihr Produkte austauschten und somit jeder eine größere Palette zum Verkauf anbieten konnte. Ein großer Teil des Verkaufes findet über soziale Medien statt.

Danach ging es zur Biomostkost (cider) zu Henry. Er erklärte uns seine Produkte intensiv und auf eine lustige Art und Weise, was unser Englisch bis auf´s letzte herausforderte. Wir testeten ca. 10 Moste und kauften einige Flaschen der schmackhaftesten Sorten.

Am Abend genossen wir ein BBQ bei unseren Gastgebern.

Am nächsten Tag fuhren wir zu Darren und Lisa um Filme für Österreich abzuholen.

Dann fuhren wir zu dem inzwischen schon zu unserem Stammcafe gewordenen Kaffeehaus „The loaded plate“. Die Besitzerin Shan kochte ziemlich leckere Gerichte - frisch und mit sehr natürlichen Lebensmitteln. Dementsprechend war auch der Ansturm. Shan interessierte sich intensiv für die Permakultur, ließ sich trotz vieler Arbeit die Permakultur ausführlich erklären. Sie wollte uns unbedingt ein Fotobuch von unserem Hof abkaufen. Leider waren diese als Gastgeschenke vorgesehen und auch abgezählt.

 

Zu Mittag machten wir uns auf den Weg nach Hepburn, um einen der Pioniere der Permakultur, David Holmgren zu treffen. Seine Permakultur, seine bescheidene Art, sein Wissen und seine Visionen überzeugten uns voll. Nach diesen interessanten 3 Stunden ließen wir in einem antiken Kaffeehaus in der wunderschönen ehemaligen Goldgräberstadt Daylesford das Erlebte Revue passieren.

 

Den nächsten Tag fuhren wir auf einen interessanten Permakulturbetrieb nähe Castlemaine. Der Permakulturbauer hieß interessanterweise Michael Jackson. Er unterrichtet einige Tage im Monat an der Universität von Melbourne.

Michael hat sich die ökologisch sehr strapazierte Farm vor wenigen Jahren gekauft und versucht sie wieder auf höchstem Niveau zu renaturieren. Die Farm wurde letztendlich verkauft, weil ständiger Wassermangel eine Produktion zum Lotteriespiel gemacht hat.

Michael fand alte Fotos von der Farm und entdeckte auf einem Bild ein Windrad zum Wasserpumpen. Dies ließ ihn hellhörig werden und er erforschte die Geschichte der Farm. Dabei stellte sich heraus, dass hier früher intensiv Gold abgebaut wurde und die noch bestehenden Tunnel unter der Farm voll mit wertvollem Wasser waren. Inzwischen steht dort schon wieder ein Windrad und pumpt Wasser aus dem Boden.

Er zeigte uns mit 2 Drähten, wie er die Wassertunnels ausfindig gemacht hat, was auch jeder von uns selbst ausprobieren konnte.

Weiters legte er einen Teich an, der aufgrund der inzwischen gestarteten Entwicklung der keyline Methode nicht mehr austrocknet. In diesen geht er regelmäßig schwimmen, was er bei den hohen Temperaturen sehr genießt.

Er erzählte uns aber auch, daß sich, seit er den Teich angelegt hat, mit Vorliebe Schlangen auf seinem Gelände aufhalten und er laufend das Gelände mit seinen Augen scannen muss.

Inzwischen hat er sich auch ein eigenes Gerät zur Weiterentwicklung der keylines zugelegt.

Wir bekamen eine sehr lehrreiche Führung durch seinen immer größer werdenden Permakulturgarten. Dann besuchten wir seinen Baumschulgarten. Er zieht sich die verschiedensten Bäume selbst. Er erklärte uns, daß der Boden durch die Überweidung schon so kaputt ist, dass es nicht mehr genügt einfach Bäume zu setzen, sondern er mit großer Mühe und finanziellem Aufwand ganze Systeme der Fruchtbarkeit wieder aufbauen muss.

Michael hatte seinen ehemaligen Rinderstall zu einem auf intelligenter Art immer kühlen Wohnhaus mit sehr interessanter Innenarchitektur umgebaut. Dort bewirtete er uns mit Käse, Gemüse und Obst aus eigener Erzeugung. Er zeigte uns auch, wie sie die keyline Planung durchgeführt haben. Weiters konnten wir in seiner umfangreichen Bibiliothek schmöckern und er empfahl uns einige Bücher.

Am Hof finden von Zeit zu Zeit auch Permakulturseminare statt.

Nach interessanten Stunden und sehr glücklich über die gelungene Führung und diesen interessanten Mann verließen wir zufrieden die Farm.

Nachdem wir gehört hatten, daß es in Castlemaine ein österreichisches Kaffeehaus geben soll, machten wir uns auf den Weg dahin. Alle unsere Erwartungen wurden übertroffen: freundlicher Empfang, Johann Strauß Musik, edle Kaffeegerüche aus der hauseigenen Kaffeerösterei, die Kellner in tadelloser Berufskleidung, und eine Speisekarte wie in Österreich.

Die Kaffeehausbesitzerin Elna empfing uns herzlich. Wir verrieten Ihr den Grund unserer Reise, worauf sie sofort unsere Adresse haben wollte, damit sie uns bei ihrem nächsten Heimaturlaub im Sommer besuchen kommen kann. In Australien sind übrigens im Gegensatz zu Österreich die Begriffe Permakultur und wwoofen ziemlich bekannt.

Wir entschieden uns für das Wiener Schnitzel, Gulasch, Apfelstrudel, Trumer Bier und Almdudler. Es hätte auch noch Schaumrollen gegeben. Ging leider nicht mehr.

Glücklich und zufrieden, wieder einmal den Magen mit österreichischen Qualitätsprodukten neutralisiert zu haben, verließen wir das Kaffeehaus.

 

Zusammenfassend möchten wir feststellen, dass wir enorm positive Erlebnisse mit den Wwoofern und durch die Wwoofer hatten. War die Hauptmotivation für ihre Wwoofeinsätze damals vielleicht eher, günstig zu reisen, so wurde ihre Liebe zur Natur gestärkt und das Interesse für Permakultur geweckt, was bei allen bis heute wirkt. Das bestärkt uns darin, noch lange Wwoofer auf unserem Hof zu beherbergen.

 

Sepp und Veronika 

 



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